Eumig Mark S 712 D Super8-/Single8-/Standard8-Projektor
Den Filmprojektor Eumig Mark S 712 gibt es in zwei verschiedenen Ausführungen. Das Modell 712 ist ein Super8 bzw. Single8 Projektor, das Modell 712 D kann zusätzlich noch das Format Standard8.
Die Bedienung des vom österreichischen Hersteller Eumig stammenden Projektors ist nicht unbedingt selbsterklärend, einfaches Ausprobieren hat bei mir zu viel zerstörtem Film geführt. Nach langem Suchen auf dem Dachboden habe ich jedoch die zum Gerät passende Anleitung gefunden. Da die Firma Eumig jedoch im Jahr 1981 insolvent wurde (laut aeiou.at) und somit der Inhaber der Urheberrechte nicht auszumachen war, biete ich hier keinen Scan der Anleitung, sondern nur eine Zusammenfassung an.
Sofern Fragen zum Vertonen mit Hilfe des Projektors bestehen, schaue ich gerne noch einmal in der Anleitung nach. Eine Email genügt.
Achtung: Das Gerät ist relativ anfällig für Fehlbedienungen. Ich übernehme keinerlei Haftung für Sach- und Personenschäden. Alles geschieht auf eigenes Risiko.
- Bedienungselemente am Projektor
- Vor Inbetriebnahme
- Formatwechsel (nur 712 D)
- Filmvorführung
- Allgemeine Bedienung
- Projektionslampe auswechseln
- Technische Daten
- Mitgeliefertes Zubehör
Bedienungselemente
- Arm für Aufwickelspule
- Laufgeschwindigkeits-Verstellung
- Nachwickler
- Tonumschalter für Formatwechsel (nur bei 712 D)
- Filmführung und Filmandrücker
- Taste für Filmeinlauf
- Vorwickler
- Arm für Filmspule
- Bildstrichverstellung
- Linienausgang/Line-Out
- Phono-/Radio- und Mikrofoneingang
- Einblenderegler
- Lautstärkeregler
- Zentralschalter
- Objektiv (je nach Ausführung Fest- oder Zoomausführung)
- Netzanschluss
- Anschluss für externen Lautsprecher
- Netzspannungsumschalter
- Interner Lautsprecher
Vor Inbetriebnahme
Der Motor kann mit zwei Transportsicherungsschrauben in Mittelstellung fixiert werden. Da der Motor sofort anfängt zu laufen, wenn das Stromkabel eingesteckt wird, sollte vorher geprüft werden, ob die Schrauben vielleicht nicht doch noch drin sind.
Dazu muss man die beiden Schrauben auf der Rückwand des Geräts entfernen und den Projektor öffnen. Im hinteren Teil befindet sich der Motor und die Transportsicherung.
Innerhalb des Geräts befindet sich eine Platine zur Spannungsumschaltung (bei Spezialausführungen auch Frequenzumschaltung). Die Spannung wählt man mit dem roten Stecker, den man nach links abziehen kann und dementsprechend auf den Pin der gewünschten Spannung aufstecken kann. Um die Frequenz zu ändern, muss man den blauen Stecker am Trafo umstecken und den Hebel rechts oben (bzw. hinten oben in Projektionsrichtung) so einstellen, dass die Frequenzbezeichnung waagerecht erkennbar ist.
Formatwechsel (nur 712 D)
Die Teile für die verschiedenen Formate sind farbkodiert. Alle hellgrauen Teile sind für Super8 und Single8, die dunkelgrauen Austauschteile sind für Standard8.
- Die Klappen am Vor- und Nachwickler öffnen, indem man sie sanft nach unten drückt.
- Die Transporttrommeln abziehen und die jeweils andersfarbige ersetzen. Die Trommeln müssen einrasten, weswegen sie gegebenenfalls ein wenig gedreht werden müssen. Die kleine Trommel kommt an den Vorwickler, die große an den Nachwickler.
- Vor- und Nachwicklerklappe schließen und das Objektiv etwas herausziehen.
- Rändelknopf an der dem Objektiv entgegengesetzten Seite drehen, bis der rote Punkt oben ist. Dadurch wird die Greiferspitze vor Beschädigungen geschützt.
- Den Filmandrücker in Richtung Objektiv ziehen und herausnehmen.
- Filmführung in Richtung Objektiv ziehen, herausnehmen und durch andersfarbige ersetzen. Beim Einsetzen muss man die Führung bis zum Anschlag hineinschieben und dann ein wenig nach links drücken, um die Führungsstifte einrasten zu lassen.
- Filmandrücker ersetzen.
- Wenn Super8 bzw. Single8 Spulen verwendet werden, muss der hellgraue Spulenadapter auf den Filmrollenarm aufgesteckt werden.
- Tonumschalter verstellen. Für Super8 und Single8 Filme muss ein "S", für Standard8 ein "N" sichtbar sein.
- Beim Filmeinlegen die vorgezeichneten Filmwege beachten. Bei Standard8 Filmen muss eine größere Schlaufe gelegt werden. (z.B. um die Bildstrichverstellung)
Filmvorführung
Die "Einfädelautomatik" des Projektors setzt einen 50cm langen, knickfreien Vorspannstreifen voraus. Ich persönlich empfehle aber ca. 80 cm, da das Einlegen des Films in den Tonteil dann angenehmer ist. Da der Film an relativ vielen Ecken vorbeigeführt wird, sollten die Klebestellen außerdem sauber und noch belastbar sein.
- Gerät an das Stromnetz anschließen. Dadurch wird die Projektionslampe vorgeheizt. Das Gerät sollte sich 1-2 Minuten warmlaufen.
- Spulen auf die hochgeklappten Arme aufstecken. Volle Spule nach vorne, leere Spule nach hinten. Die Filmperforation muss in Projektionsrichtung rechts liegen.
- Hauptschalter von "0" um eine Position nach rechts auf "Vorlauf ohne Projektionslicht" drehen.
- Einlauftaste (über dem Vorwickler) nach unten drücken und halten.
- Film in den Vorwickler einführen und die Einlauftaste erst loslassen, wenn der Film unterhalb der Filmführung herauskommt.
- Den Projektor so lange laufen lassen, bis ungefähr 50cm Film unter der Führung herausschauen. Dann den Hauptschalter auf "0" stellen.
- Nachwicklerklappe öffnen (nach unten drücken).
- Um den Film in den Tonteil einzulegen, sollte man den Film vor dem Projektor mit beiden Händen lang ziehen und parallel zum Schlitz halten. Beim Einlegen in den Tonteil darauf achten, dass der Film bis zum Anschlag eingeführt wird. Um dies zu vereinfachen, sollte man den Film ein wenig nach links und rechts hin- und herschieben. Außerdem ist beim Einlegen die Vorlaufschleife für den Film zu beachten. (Klein bzw "S" für Super8 und groß bzw "N" für Standard8 Filme.) Es ist darauf zu achten, daß der Film am Nachwickler nicht zu sehen ist, wenn man von oben auf den Projektor blickt. Schaut er ein wenig über den Rand heraus, liegt er nicht gerade und kann sich während der Filmvorführung vor dem Nachwickler stauen und reißen! Außerdem ist darauf zu achten, dass der Nachwickler genau in die Perforation des Films greift.
- Kontrollieren, ob der Film richtig eingelegt ist. Dazu dreht man an dem hinteren Rändelknopf (auf der dem Objektiv entgegengesetzten Seite) und schaut, ob der Film gleichmäßig transportiert wird. Die Schlaufe vor dem Tonteil sowie zwischen Filmführung und Vorwickler dürfen nicht verschwinden. Falls sie es doch tun, greifen die Wickler nicht richtig und der Film muss noch einmal eingesetzt werden. Wenn die Zähne des Nachwicklers exakt greifen, können die Vor- und Nachwicklerklappen geschlossen werden. (Diese müssen während der ganzen Vorführung geschlossen bleiben.)
- Film zur Leerrolle führen und festklemmen. Damit der Film richtig aufgerollt wird, muss er unterhalb der Spulenachse entlanggeführt werden. Dafür ist die kleine "Umlenkrolle" zu benutzen. Um genug Film zum Festmachen zu haben, kann man den Hauptschalter auf "Vorlauf ohne Projektionslicht" schalten.
- Wenn der Film korrekt aufgerollt wird, Hauptschalter auf "Vorlauf mit Projektionslicht schalten". Der Film wird nun vorgeführt.
- Wenn der Film zu Ende ist, den Projektor noch so lange weiterlaufen lassen, bis der Film nicht mehr im Projektor steckt und den Hauptschalter auf "0" stellen.
- Film an der vorderen Rolle festmachen und den Hauptschalter auf "Rücklauf ohne Projektionslicht" stellen. (Links von der Nullstellung.)
Allgemeine Bedienung
- Wenn ein Zoomobjektiv verbaut ist, kann die Bildgröße durch Drehen des Rings verstellt werden.
- Die Bildschärfe kann durch Drehen des Objektivs eingestellt werden.
- Wenn auf der Leinwand ein Strich zwischen zwei Bildern zu sehen ist (i.d.R. am oberen Bildrand), kann dieser durch Drehen an der Bildstrichverstellung (9) entfernt werden.
- Die Laufgeschwindigkeit kann zwischen 18 und 24 Bildern umgeschaltet werden. Bevor dies getan wird, muss der Hauptschalter auf "0" gesetzt werden. Dann kann der Schalter (2) umgeschaltet werden. Aufgrund der dadurch geänderten Schwungmasse sollte man eine Wartezeit von ca. zwei Minuten einhalten, bevor der Projektor weiter genutzt wird.
- Film mit Bild zurücklaufen lassen. Wenn der Zentralschalter auf "Rücklauf mit Projektionslicht" (Position ganz links) gestellt wird, läuft der eingelegte Film rückwärts ab. Danach ist der Bildstrich ggf. wieder zu korrigieren. Achtung: Den Rücklauf mit Projektionslicht kann ich nicht empfehlen. Ich habe es 4-5 Mal mit verschiedenen Filmen probiert, und jedes Mal hat es den Film zerknittert oder zerrissen.
- Wenn ein Film nicht ganz durchgelaufen ist, kann dieser auch aus dem Projektor entnommen werden. Dazu muss der Zentralschalter in die Stellung "0" gesetzt und der Filmandrücker (5) herausgenommen werden. Nach Öffnen der Vor- und Nachwicklerklappen kann der Film aus den Führungen und dem Tonteil entnommen werden. (Beim Entnehmen aus dem Tonteil ist größte Vorsicht geboten. Dort sitzt der Film relativ fest in den Führungen, so dass man ihn geduldig hin- und herschieben muss um ihn zu lösen.) Empfehlenswerter ist es, den Film einfach durchlaufen zu lassen um diese aufwendige Prozedur nicht durchführen zu müssen.
Projektionslampe auswechseln
Als Projektionslampe muss eine Ellipsoid-Reflektorkolbenlampe mit 8 Volt/50 Watt (Sockel P 15 S) verwendet werden.
Achtung: Die Lampe wird im Betrieb sehr heiß und brennt die ganze Zeit, wenn das Stromkabel angeschlossen ist.
- Hauptschalter auf "0" setzen und das Stromkabel abziehen.
- Lampengehäusedeckel abnehmen. Das Lampengehäuse befindet sich oberhalb des Tonteils (dort wo der Eumigschriftzug ist) und läßt sich leicht abziehen.
- Alte Projektionslampe durch eine Linksdrehung lösen und entnehmen.
- Die neue Projektionslampe muss so eingesetzt werden, dass die Aussparungen in die Stifte des Sockels passen. Fixiert wird die Lampe durch eine Rechtsdrehung. Der durchsichtige Teil muss Richtung Objektiv zeigen.
Achtung: Der durchsichtige Teil der Lampe darf nie mit bloßen Fingern berührt werden! - Der Projektor besitzt eine Zentrierschraube (Bild), die sich links oben an der Lampenfassung befindet, um die Projektionsfläche gleichmäßig ausleuchten zu können. Um die Lampe zu zentrieren, richtet man den Projektor auf die Leinwand, schließt den Projektor an das Stromnetz an, schaltet auf "Vorlauf mit Projektionslicht" und stellt den Bildrand mit Hilfe des Objektivs scharf. Wenn man jetzt an der Zentrierschraube dreht, sollte es möglich sein, die komplette Projektionsfläche gleichmäßig ausleuchten zu können.
- Lampengehäusedeckel wieder aufsetzen.
Technische Daten
| Projektionslampe: | Ellipsoid-Reflektorkolbenlampe mit 8 Volt/50 Watt, Sockel P 15 S |
| Mikrofoneingang: | 0,3-10mV, R = 4000 Ohm |
| Phonoeingang: | 40mV-1,2V, 470000 Ohm |
| Aussteuerungsautomatik: | Ausgleich von Pegelschwankungen bis 30db, Ansprechzeit 150 Millisekunden, Haltezeit (Abhängig von Eingangspegeldauer) bis 50 Sekunden. |
| Frequenzgang über Randspur: |
18 Bilder/Sek: 80-8000 Hertz 24 Bilder/Sek: 75-10000 Hertz |
| Linienausgang/Line-Out: | Ra 100000 Ohm, Ua 450 mV (Nominalwert) |
| Lautsprecher: | 4-8 Ohm, 2-6 Watt |
Mitgeliefertes Zubehör
| Anzahl | Beschreibung | Artikelnummer |
|---|---|---|
| 1 | Mikrofon | 908.1020 |
| 1 | Normstecker MAS 30 für Phonoanschluss | 906.4630 |
| 1 | Lautsprecherstecker | 906.4220 |
| 3 | Sicherungen | 860.1043 |
| 1 | Anschlusskabel mit Stecker | 908.1020 |
| 1 | Leerspule für 120m | 596.1161 |
| 1 | Gebrauchsanleitung | |
| 1 | Garantiekarte | |
| 1 | Filmspule mit ca. 6m vertontem Randspurfilm | 712.1600 |
| 1 | Filmführung dunkelgrau (nur 712 D) | 706.1360 |
| 1 | Filmandrücker dunkelgrau (nur 712 D) | 715.1124 |
| 1 | Transporttrommel groß dunkelgrau (nur 712 D) | 709.1470 |
| 1 | Transporttrommel klein dunkelgrau (nur 712 D) | 706.1360 |